Ein Schritt, ein Schritt, ein Schritt, ein Schritt. Ein Mehrzahlwort. Schritte. Und noch eines. Schritte. Und noch eines. Schritte. Und noch eines. Schritte. Und noch eines. Schritte. Bis zur Unzählbarkeit laufen, bis zur Unendlichkeit rennen, bis in alle Ewigkeit verlaufen.
Nie überkreuz, meistens nach vorne, seltener zurück, nicht ohne zu stolpern. Da, ein Ziel! Schon wieder verfehlt, unzählige Ziele, weil man nie seitwärts laufen kann, ohne das Gefühl zu haben, der Weg sei einfach viel zu kurz gewesen. Also weiter! Weiter! Bis ans Ende, bis über die Linie, bis an das Ziel der Ziellosigkeiten, die unermüdlich aus sich selber neu entstehen, keine Angst davor haben, sich aus sich selbst zu reproduzieren, sich bis zum Irrsinn zu vervielfältigen, unendlich aufzublähen, sich wichtiger zu nehmen, als sie sind, sich zu erweitern, zu zerteilen, zu verwickeln, ein neues Gedankengebäude aus sich selbst zu stricken bis sie alle unter einem großen Haufen undefinierter Erwartungshaltungen begraben. Das nimmt den Atem. Man ringt nach Luft, beginnt um sich zu schlagen, versucht sich zu bewegen, beginnt wieder zu laufen, was in dieser Situation nicht geht, verwickelt sich immer mehr, erblickt ein Stück Licht, konzentriert sich, attackiert den Haufen gezielt an dieser Stelle, bohrt mit den Finger gen Himmel, schaufelt sich ein Atemloch, weiß nicht, was noch kommen soll, weiß nicht, was noch kommen kann, weiß nichts mehr. Ein Schritt, anderswo. Ein Schritt, ein Schritt, ein Schritt. Ein Mehrzahlwort. Schritte. Diesmal läuft ein kurzer Gedanke, glasklar, sucht seinen Weg durch Nervenbahnen, springt über Synapsen, schlägt zahlreiche Saltos auf seinen Weg, versucht sich in einem Gedankengewirr aus Stimmen Gehör zu verschaffen. Ein Ideenblitz hätte entstehen können. Aber, sieh doch! Er schoss über die Ziellinie hinaus, das Ziel der Ziellosigkeiten, die unermüdlich aus sich selber neu entstehen, keine Angst davor haben, sich aus sich selbst zu reproduzieren, sich bis zum Irrsinn zu vervielfältigen, unendlich aufzublähen, sich wichtiger zu nehmen, als sie sind, sich zu erweitern, zu zerteilen, zu verwickeln, ein neues Gedankengebäude aus sich selbst zu stricken bis sie alle Gedanken unter einem großen Haufen undefinierter Ideen begraben. Das nimmt das Denken. Man ringt nach elektrischen Reizen, beginnt um sich zu schlagen, versucht sich zu bewegen, beginnt wieder zu laufen, was in dieser Situation nicht geht, verwickelt sich immer mehr, erblickt ein Stück Licht, konzentriert sich, attackiert den Haufen gezielt an dieser Stelle, bohrt mit den Finger gen Himmel, schaufelt sich ein Atemloch, weiß nicht, was noch kommen soll, weiß nicht, was noch kommen kann, weiß nichts mehr. Ein Schritt, anderswo. Ein Schritt, ein Schritt, ein Schritt. Ein Mehrzahlwort. Schritte. Diesmal läuft eine sprühende Idee, die noch nicht gedacht wurde, unbekannt dafür alles lösend, schießt durch die Kopfhaut, zieht dabei schraubenförmige Spuren, die nie jemand sehen wird, flüstert verzweifelte Gedankenfetzen, die nie gehört werden, verheddert und verfängt sich zwischen ihren eigenen tentakelartigen Beinen, die sie nie hatte, fällt, bleibt liegen, landet im nirgendwo und lebte nie, weil sie nie gelebt wurde. Dazu spielt ein Orchester einen Trauermarsch für etwas, das ohnedies nie da war, somit nie von Belang werden konnte, in ewiger Trauer um etwas, das man nie vermissen würde. Man hält eine Grabesrede und mutmaßt über die Idee, die niemals da war, über ihre Eigenschaften, die es nie gab, über ihren Lebensweg, der weit vor dem Anfang endete. Eine Schaufel Erde. Und noch eine. Ein Mehrzahlwort. In ewiger Trauer über gar nichts.
i(n) A(pfelsinenscheibchen) Martina Hirnschraubenzieher
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